Salon auf vier Rädern: Audi A8 L W12 im Fahrbericht

31.05.2013 | Anja Sauer | Testrides

audi A8 w 12 panzer

Selbst fahren oder fahren lassen? Der Audi A8 strotzt nur so vor Komfort und Luxus. Drivers Club Germany Redakteurin Anja Sauer entschied sich erstmal für selbst fahren und hatte die Ehre, das große Zwölfzylinder-Flaggschiff zu testen.

Es hat schon was, mit einem Audi A8 auf der Überholspur zu gleiten. Die Außenwelt könnte fast denken, die Kanzlerin kommt im Regierungsconvoi vorbeigepräscht. Nur das unser Testwagen in Havannaschwarz Metallic nicht gepanzert ist und vorne weg kein Wagen mit Blaulicht den Weg frei macht.

Trotzdem hat man das Gefühl in einem Business-Jet zu sitzen: Glatte 500 PS und dabei ist er so leise, dass die Insassen und der Fahrer nichts davon mitbekommen. Das bedeutet, die Kanzlerin kann im Fond voll und ganz entspannen oder arbeiten. Selbst, wenn Frau Merkel flüstern würde, könnte der Fahrer es hören.

Noch dazu reisen wir im etwa zwei Tonnen leichten A8 „ultra“-bequem – nur Fliegen ist eben schöner – und so lassen wir lange Strecken schnell hinter uns. Dabei schöpft der Audi seine Kraft aus einem 6,3 Liter großen Aggregat in der VW-typischen W-förmigen Zylinderanordnung. Auch beim Drehmoment heißt die Devise klotzen, statt kleckern. Dieses liegt mit 625 Nm bei 4.750 Umdrehungen an. Im Gegensatz zu seinem Konzernbruder, dem von uns vor kurzem getesteten Bentley Continental GT Speed – ebenfalls W12, aber 800 Nm Drehmoment ab 2.000 Touren – wirkt dieser Wert zwar eher bescheiden, allerdings ist der Audi nicht zwangsbeatmet, sondern ein reiner Sauger.

Auf kurvigen Strecken, ebenso wie auf Autobahnen bringt den 5,27 Meter langen Ingolstädter nichts aus der Ruhe. Dank seiner Luftfederung schluckt er selbst im Sportmodus Unebenheiten sanft. Nie haben wir das Gefühl, dass das Fahrwerk unruhig oder zu hart ist. Trotzdem bleibt der große Audi stets direkt und präzise im Handling. So soll es bei solch einer Limousine ja auch sein, schließlich muss Frau Merkel damit quer durch Deutschland kutschiert werden. Ob sie nicht doch auch mal selbst fahren möchte? Solange es noch kein generelles Tempolimit gibt, könnte sie die Höchstgeschwindigkeit hinterm Steuer erleben.

Die abgeriegelten 250 km/h Topspeed lassen sich nur erfahren, wenn man auf die Tacho-Nadel schaut, so wenig spürt man die Geschwindigkeit und der Sound des W12-Triebwerks lässt sich nur mit gespitzten Ohren wahrnehmen. So kann unsere „Chefin“ getrost mal die Äuglein schließen, ohne aus den Träumen gerissen zu werden.