06. 02. 2016 | Christian Sauer | Lifestyle, Testrides
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BMW Driving Experience Sölden
Auf rund 3.000 Meter Höhe begaben wir uns beim traditionsreichen Fahrsicherheits- und Fahrdynamik-Event in Sölden mit verschiedenen BMW-Modellen auf die Spuren von James Bond 007 und drifteten mit DTM-Pilot Martin Tomczyk im M6 MotoGP Safety Car.

Rückwärtsgang rein und Vollgas – dann schlagartig vom Gas und voller Lenkeinschlag – beim anschließenden Dreher bloß nicht die Orientierung verlieren und auf keinen Fall das Gegenlenken vergessen. Während sich der Wagen wie von Zauberhand in Richtung des Ziels ausrichtet, blitzschnell den Vorwärtsgang einlegen und wieder Gas geben!

Hört sich einfach an, aber zumindest beim ersten Versuch gelingt es nicht sofort. Doch wo könnte man die berühmte „Agentenwende“ stilvoller lernen als an dem Original-Drehort von „Spectre“. Hier oben am Rettenbach- und Tiefenbachgletscher wurden einige der spektakulären Verfolgungsszenen vom letzten Bond-Blockbuster gedreht. Dazu gehört auch der 1,8 km lange Rosi-Mittermeier-Tunnel, der beide Gletscher und somit auch beide „Spielflächen“ der BMW Driving Experience miteinander verbinden. Zugegeben, der Spion im Geheimdienst ihrer Majestät fährt schon lange keinen BMW mehr als Dienstwagen, aber auf Schnee und Eis hätte er zumindest mit den xDrive-Modellen keine Traktionsprobleme (gehabt).

 

Zur Wahl stehen nahezu alle SUV-Baureihen, vom X1 über X3/X4 bis zum X5/X6. Zum „Aufwärmen“ bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt beginnen wir mit ein paar einfachen Brems- und Kurven-Übungen, die dank DSC (ESP) völlig problemlos gelingen. Unterschätzen sollte jedoch niemand die geringeren Reibwerte des gefrorenen Wassers im Vergleich zu trockenem Asphalt, woran wir bereits am Vorabend im Theorie-Teil eindringlich von den erfahrenen Instruktoren erinnert wurden. Auf der Agenda standen ebenso Sicherheitsgrundlagen wie die optimale Sitzposition, das richtige Lenken und Bremsen sowie die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen. Wie die elektronischen Helferchen funktionieren, zeigt vor allem die extra präparierte Steilstrecke mit Kehren hinauf auf 2.800 Meter. Damit ist es das höchstgelegene Fahr-Trainingszentrum der Welt.

 

Ohne Gegenverkehr kann der xDrive-Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterräder beweisen, welches Potential er selbst mit deaktivierter Traktionskontrolle besitzt. Bergab hilft die Hill Descent Control HDC mit kontrolliertem Kriechgang die eingestellte Geschwindigkeit zu halten, was sogar an steilen und rutschigen Abhängen zumeist gut funktioniert. Doch die Grenzen der Physik kann selbst die fortschrittlichste Elektronik nicht überlisten – sofern es keine Pistenraupe mit Kettenantrieb ist, die übrigens zum Transport der Driving Experience Teilnehmer hinauf zu den Gletschern genommen wird, fängt irgendwann jeder Wagen an zu rutschen. Noch ein paar Ausweichübungen und dann ist der kurzweilige Vormittag auch schon vorüber.