Crossover: Fiat Freemont Allrad im Test

26.04.2013 | Christian Sauer | Testrides

Fiat Freemont Drivers Club Germany

Ist er nun ein Van oder eher ein SUV, ein waschechter Italiener oder merkt man ihm doch die amerikanischen Gene an? Fragen über die Fragen, die wir in unserem Drivers Club Germany Fahrbericht klären. Eins schon mal vorweg – der Fiat hat uns positiv überrascht!

Die robuste Optik und erhabene Sitzposition scheinen zumindest auf den ersten Blick die Frage nach einem SUV mit „ja“ zu beantworten. Letzte Zweifel sollte der AWD-Schriftzug am Heck nehmen – der Fiat Freemont hat zumindest als Allrad-Version alles, was ein Sports Utility Vehicle ausmacht. Für extreme Abenteuertouren im harten Gelände ist die Bodenfreiheit natürlich nicht gedacht, aber das ist bei der Konkurrenz auch nicht anders. Apropos Konkurrenten, den deutschen Platzhirsch VW Tiguan können wir eigentlich nicht dazu zählen, ist er doch deutlich kleiner als der 4,91 m lange Fiat. Folgerichtig bietet er auch weniger Platz und die Option auf sieben statt fünf Sitze fehlt ihm ebenfalls. Siebensitzer-SUVs gibt es in diesem Segment nicht viele.

Somit könnte der Freemont eine reizvolle Alternative für Van-Interessenten sein, die ansonsten mit einem VW Touran oder Opel Zafira liebäugeln. Wie im deutschen Urgestein der kompakten Vans, lassen sich auch in unserem Testwagen die zwei Einzelsitze in der dritten Reihe kinderleicht mit einer Hand aus dem Boden des Gepäckabteils herausklappen. Doch nicht nur Kinder sollten den, trotz verschiebbarer Sitzbank, etwas mühsamen Einstieg meistern und dann zumindest für kürzere Strecken ausreichend Platz finden. Den Nachwuchs wird es aber dennoch eher in die mittlere Reihe ziehen und da ist auch alles für sie vorbereitet: Bis zu 90 Grad öffnende Türen machen den Weg frei, integrierte Kindersitze ersparen zumindest etwas größeren Kids nachträgliche Sitzerhöhungen und auf Wunsch gibt es sogar ab Werk einen DVD-Player mit im Dachhimmel integrierten Bildschirm, Fernbedienung und kabellosen Kopfhörern.

Das DVD Video Paket ist neben dem Glasschiebedach und den Metallic-Lackierungen auch die einzige aufpreispflichtige Option der Top-Ausstattung „Lounge“ unseres Testwagens. Für rund 35.000 ist so ziemlich alles serienmäßig an Bord, was man im Alltag braucht oder als Goodie zu schätzen gelernt hat. Sogar der schlüssellose Zugang, ein 8,4 Zoll großes Touchscreen-Navi, eine Rückfahrkamera, der elektrisch verstellbare Fahrersitz und die Lederausstattung sind inbegriffen. Allein Xenon-Scheinwerfer vermissen wir. Nicht nur optisch gut stehen würde der Frontpartie des Freemont auch ein LED-Tagfahrlicht, am Heck wird die fortschrittliche Licht-Technik bereits eingesetzt. Ansonsten gibt das Sicherheitspaket keinen Grund zur Kritik.

Als Ergänzung zum normalen Innenspiegel gibt es sogar einen Panorama-Spiegel. Der ist primär dafür gedacht, vor allem die jungen Passagiere in der zweiten und dritten Sitzreihe im Auge zu behalten, stellte sich während unserer Testfahrten aber auch als sinnvolle Unterstützung für die Beobachtung der toten Winkel heraus. Insgesamt hinterlässt der Innenraum des Fiat einen guten Eindruck. Es gibt jede Menge clevere Details, sowie zahlreiche Ablagen und Staufächer beispielsweise im Boden oder versteckt unter der Sitzfläche des Beifahrers. Dessen Lehne lässt sich komplett vorklappen und zusammen mit den ebenfalls umklappbaren Rücksitzen entsteht eine fast drei Meter lange Ladefläche. So wird der Freemont mit bis zu 1.461 Liter Kofferraumvolumen zum perfekten Transporter für Outdoor-Sportequipment oder einen Umzug.