01. 03. 2016 | Christian Sauer | News
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Genfer Salon 2016
Wir werfen einen Blick auf die wichtigste Frühjahrsmesse und deren Neuheiten, die langfristig die automobile Upperclass prägen werden. Dazu gehören der Bugatti Chiron, ebenso wie der Lamborghini Centenario, Porsche 911 R oder der Aston Martin DB11.

Apollo Arrow

Mit neuen Investoren aus China versucht es Roland Gumpert nochmal mit einer Kleinserie des Apollo und mit dem neuen Arrow.

 

Aston Martin DB11

Endlich wieder ein komplett neues Modell aus Gaydon – der DB11 löst den seit 2003 gebauten DB9 ab und soll mit seinem Alu-Chassis die Basis für weitere Modelle bilden, die Aston Martin für die nächsten Jahre angekündigt hat. Während das Design noch Anleihen an den James-Bond-Filmwagen DB10 aufweist, wurde das „Herz“ des DB11 komplett neu konzipiert.

 

Der von zwei Turboladern unter Druck gesetzte Zwölfzylinder schöpft aus 5,2 Liter Hubraum satte 608 PS und 700 Nm Drehmoment. Mit Unterstützung der Daimler AG als Aktionär und Kooperationspartner wird zukünftig Knowhow von Mercedes-AMG die britische Traditionsmarke stärken.

 

Bereits im geräumigeren Innenraum des DB11 für rund 200.000 Euro finden sich erste Zeichen des Technologietransfers in Form von digitalen Instrumenten und des modernen Infotainmentsystems.

 

 

Bentley New Mulsanne Extended Wheelbase & Mulsanne Grand Limousine

Die englische Volkswagen-Tochter aus Crewe spendiert seinem Flaggschiff neben einer umfassenden optischen wie technischen Verjüngung ebenfalls eine neue Variante. Während der 537 PS und 1.100 Nm starke 6,75-Liter-V8 im Mulsanne Speed insbesondere Selbstfahrer anspricht, wurde der Mulsanne Extended Wheelbase für den Chauffeurs-Betrieb konzipiert. Mit 512 PS und 1.020 Nm nicht weniger standesgemäß motorisiert, prädestinieren ihn die um 25 cm größere Beinfreiheit in Verbindung mit den Liegesitzen und vernetztem Infotainment zum exklusiven Business- oder Relax-Mobil auf höchstem Niveau.

 

Damit nicht genug, verlängerte Mulliner als Bentley-eigene Abteilung für Individualisierung auf Kundenwunsch den Mulsanne um einen Meter und erhöhte das Dach um acht Zentimeter. Der noch einmal luxuriösere Fond der Mulsanne Grand Limousine mit vier Sitzen vis-à-vis lässt sich vom Cockpit per Trennscheibe separieren. Letztgenannte wurde wie die Fondscheiben aus elektrochromen Glas hergestellt, das per Knopfdruck undurchsichtig wird.

 

 

BMW M2 & M760Li xDrive

Ist es ein Zufall oder nicht, dass parallel zum BMW ALPINA B7 Bi-Turbo mit seinem 608 PS starken 4,4-Liter-V8 in Genf ebenfalls die sportlichste Variante der 7er Reihe ab Werk vorgestellt wird. Tatsächlich soll der M760Li xDrive den Mercedes-AMG S 65 angreifen, der als dynamischer Zwölfzylinder bislang keine direkte Konkurrenz aus Bayern hatte. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich die Langversion des 7er mit Allradantrieb. Aus 6,6 Liter Hubraum schöpft sein V12-TwinPower-Turbo 600 PS und 800 Nm Drehmoment. Damit geht es in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und weiter bis 250 oder mit dem optionalem M Driver’s Package bis 305 km/h. Um als erster 7er das Logo von BMW M(otorsport) tragen zu dürfen, musste er sich einem intensiven „Fitnesstraining“ unterziehen. Das Resultat ist eine ausgeprägtere Fahrdynamik und auf Wunsch ein sportlicherer Look außen wie innen mit V12-Insignien. Selbstverständlich profitiert auch der M760Li xDrive von dem umfangreichen Angebot an innovativen Hightech-Features der 7er-Baureihe. Preislich wird sich das neue Topmodell den 750Li xDrive mit 115.000 Euro wohl deutlich toppen.

 

 

Bugatti Chiron

Die spektakulärste Premiere stellt unumstritten der Bugatti Chiron als stärkster und schnellster Serien-Supersportwagen der Welt dar. Nachdem die Produktion des Veyron 450 gebauten Exemplaren in zehn Jahren 2015 erfolgreich abgeschlossen wurde, folgt nun das nächste Superlativ der exklusivsten Marke des Volkwagen Konzerns mit Sitz im elsässischen Molsheim. Die selbst gesteckten Ansprüche sind hoch: Das einzigartige Sechzehnzylinder-Triebwerk mit acht Litern Hubraum und vier vergrößerten Turboladern leistet statt 1.200 nun 1.500 PS. Kein anderer Sportwagen mit Straßenzulassung bietet ohne spätere Leistungssteigerung mehr. Zusammen mit dem Drehmoment von 1.600 Nm katapultiert es den knapp zwei Tonnen schweren Boliden mit Allradantrieb in weniger als 2,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, in unter 6,5 auf 200 und 13,6 auf 300. Bugatti begrenzt die Höchstgeschwindigkeit für den Straßeneinsatz vorerst auf wahnwitzige 420 km/h, stellt aber zugleich einen neuen Geschwindigkeitsrekord – also über 450 km/h – in Aussicht.

 

Doch nicht nur die Längs-, sondern auch die Querdynamik wurde mit enormen technischen Aufwand auf ein neues Niveau gehoben. Dank des überarbeiteten adaptiven Fahrwerks soll der Chiron deutlich handlicher und fahrdynamischer als der Veyron in Kurven sein. Passend dazu wurde die neue Formensprache von Bugatti deutlich aggressiver gestaltet, ohne die Eleganz oder Geschichte der Marke zu verleugnen. Emotionaler präsentiert sich ebenfalls das Cockpit des reinen Zweisitzers mit feinsten Materialien sowie digitalen Instrumenten, die den klassischen Tacho bis 500 km/h einrahmen und auch zur Anzeige des Infotainmentsystems dienen. Wer mindestens 2,4 Millionen Euro (netto) investiert, möchte darauf wohl nicht verzichten. Der Chiron ist auf 500 Exemplare limitiert und für ein Drittel davon liegen bereits Vorbestellungen vor.

 

 

Corvette Grand Sport

Bei ihrem ersten Auftritt kann sich die brandneue Corvette Grand Sport 2017 der Aufmerksamkeit des Publikums auf dem Genfer Auto-Salon sicher sein. Schließlich fließt das Blut des Rennsports durch ihre Adern. Sie vereint ein geringes Gewicht, ein für Streckenbedingungen zugeschnittenes Aerodynamik-Paket, Michelin-Reifen und der bekannte V8-Saugmotor mit 6,2 Liter Hubraum und 466 PS. So erreicht sie beim Kurvenverhalten geschätzte 1,05g – und bis zu 1,2g mit dem optional erhältlichen Z07-Paket. Es handelt sich um das erste Modell, dessen Fahrwerk und Aufhängungselemente speziell für Streckenbedingungen ausgelegt sind und das zudem einzigartige Außenelemente und eine breitere Spur bietet. Die Corvette Grand Sport kann ab diesem Sommer in den USA und ab September in Europa als Coupé oder Cabrio bestellt werden.

 

 

Ferrari GTC4Lusso

Zusätzlich zum neuen Namen, wurden beim Nachfolger des Ferrari FF das Design und die Technik weiterentwickelt. Zu den Errungenschaften des GTC4Lusso gehören die Allradlenkung ebenso wie der auf 690 PS und 697 Nm Drehmoment leistungsgesteigerte 6,3-Liter-V12 ohne Turboaufladung oder Hybridtechnik.

 

Geblieben ist der bei Ferrari einzigartige Allradantrieb, das ungewöhnliche Heck in Tradition der Shooting Brakes, der 450 Liter große Kofferraum und die vollwertigen Rücksitze. Innen wurden zahlreiche Details aktualisiert, dazu zählt das Infotainmentsystem ebenso wie das Beifahrer-Display. Der Preis wird bei ca. 260.000 Euro liegen.

 

 

Jaguar F-Type SVR

Nach dem Range Rover Sport SVR und dem längst ausverkauften Jaguar F-TYPE Project 7 stellt das Team von Jaguar Land Rover Special Operations nun das nächste Modell vor. Und welche Raubkatze würde sich da besser anbieten, als die R-Variante des F-TYPE mit dem dank Kompressor 550 PS leistenden 5,0-Liter-V8. Wie im Project 7 bringt er es nun auf 575 PS und 700 Nm Drehmoment. In Kombination mit dem jeweils optimiertem Allradantrieb und Fahrwerk gibt Jaguar 3,7 Sekunden bis Tempo 100 und 322 km/h Topspeed für das Coupé sowie 314 km/h für den Roadster an.

 

Der gesteigerten Leistung angepasst wurden die Karosserie mit weiter ausfahrbarem Heckspoiler, der noch emotionalere V8-Sound aus dem speziellen Sportauspuff und das verfeinerte Cockpit. Der Jaguar F-TYPE SVR startet ab 138.400 Euro.

 

 

Lamborghini Centenario & Huracàn Avio

Ausverkauft waren hingegen schon vor der öffentlichen Weltpremiere auf dem Genfer Salon die jeweils 20 Coupés und Roadster des Lamborghini Centenario, die zur Feier des hundertsten Geburtstages von Firmengründer Ferruccio Lamborghini aufgelegt werden. Das Sammlermodell in Tradition der Vorgänger Reventón, Sesto Elemento, Aventador J und Veneno wurden ab 1,75 Millionen Euro plus Steuern ausgewählten Lamborghini-Liebhabern angeboten. Auf dem Aventador basierend, wurde sein Design weiter geschärft und aerodynamisch mit ausfahrbarem Heckspoiler optimiert. Stolz trägt der Centenario seinen aufwendigen Leichtbau – trocken 1.520 kg – in Form der aus Carbon gefertigten Karosserie und des Monocoque aus dem schwarzen Wundermaterial zur Schau. Daraus werden auch große Teile des Innenraums gefertigt, der individuell nach den Wünschen der Käufer und mit einem neuen Infotainment- sowie Telemetriesystem ausgestattet wird.

 

Vom Aventador übernommen wurde der Startknopf unter seiner roten Abdeckung für den bekannten 6,5-Liter-Zwölfzylinder. Mit nunmehr 770 PS gebührt dem Sauger der Titel des stärksten, jemals von Lamborghini gebauten Motors. Damit durchbricht der Centenario nach 2,8 Sekunden die 100er Marke. In 23,5 Sekunden erreicht er 300 und maximal 350 km/h. Zu den technischen Highlights gehören die brachialen Carbon-Keramik-Bremsen und die Allradlenkung in Verbindung mit dem Allradantrieb.

 

 

Maserati Levante

Bereits seit langem angekündigt, präsentierte die Fiat-Tochter und Ferrari-Schwestermarke aus Modena in Genf nun die Serienversion des ersten SUV in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Der Levante bereichert das immer stärker wachsende Segment, in dem der noch größere Bentley Bentayga derzeit für Furore sorgt. Beim Design scheiden sich naturgemäß die Geschmäcker, aber praktischer als die technisch verwandte Ghibli Limousine ist das fünf Meter lange SUV auf jeden Fall.

 

Mit der aktiven Luftfederung als Serienausstattung soll der Spagat zwischen Geländegängigkeit und Fahrdynamik auf Asphalt gelingen. Für Vortrieb sorgen 3,0-Liter-Sechszylinder, deren stärkste Variante 430 PS leistet. Damit erreicht der Levante S nach 5,2 Sekunden Tempo 100 und maximal 264 km/h. Das Interieur wirkt mit der großzügigen Verwendung von Leder, Carbon oder Holz hochwertig und modern. Der Grundpreis für den Levante liegt in Deutschland bei 70.500 Euro.

 

 

McLaren 570GT

Mehr Alltagstauglichkeit und Komfort denn zuvor verspricht der erfolgreiche Hersteller aus Woking nahe London für das jüngste Mitglied seiner Sports Series. Dazu beitragen soll vor allem die zur Seite öffnende Heckklappe und die Ablage darunter. Zusammen mit dem Kofferraum im Bug bietet der 570GT insgesamt 370 Liter für Gepäck.

 

Den Fahrkomfort steigern sollen ferner das serienmäßige Panorama-Glasdach, eine luxuriösere Innenausstattung und diverse Maßnahmen zur Geräuschreduzierung. Auf den Turbo-Sound des bekannten 3,8-Liter-V8 samt 570 PS müssen Interessenten des knapp 200.000 Euro kostenden Flügeltürers jedoch ebenso wenig verzichten, wie auf das sehr dynamische Handling und ein ausgeklügeltes Aerodynamik-Paket mit festem Heckspoiler.

 

 

Mercedes-Benz C-Klasse Cabrio

Und noch ein Cabrio mit Stern – mit der offenen C-Klasse bietet Mercedes-Benz ein neues Einstiegsmodell mit Textilverdeck.

 

 

Pagani Huayra BC

Traditionell mit Heckantrieb geht der weiterentwickelte Huayra an den Start. Sein neues Namenskürzel steht für die Initialen von Benny Caiola, dem ersten Pagani-Kunden und treuen Enthusiasten der kleinen Manufaktur im Zentrum der Emilia-Romagna zwischen Ferrari und Lamborghini. Neben der mit zusätzlichem Flügelwerk optimierten Aerodynamik mussten sich sämtliche Bauteile einer strengen Diät unterziehen. Das beeindruckende Resultat sind 1.218 kg, die nahezu konkurrenzlos sind und dem Hypercar mit Straßenzulassung selbst auf Rennstrecken noch bessere Rundenzeiten bescheren sollen. Möglich macht die Gewichtsreduzierung analog zu Bugatti und Lamborghini der Verzicht auf eine Hybrid-Lösung. Ohne elektrische Unterstützung des nun 800 PS und 1.000 Nm starken 6,0-Liter-Zwölfzylinders samt Biturbo-Aufladung, der traditionell von Mercedes-AMG stammt, wird der auf 20 Exemplare limitierte Pagani Huayra BC noch schneller als seine Basis sein. Der sprintet in 3,3 Sekunden auf Tempo 100 und läuft 360 km/h. Auch sein Preis dürfte weit über einer Million Euro liegen.

 

 

Porsche 911 R

Von wegen Abschied vom Saugmotor – die neueste Version vom Porsche 911 baut zwar auf der aktuellen Generation auf, übernimmt vom auslaufenden GT3 RS den hochdrehenden Vierliter-Boxer-Sechszylinder mit 500 PS, aber nicht dessen obligatorisches Doppelkupplungsgetriebe PDK mit Schaltpaddel. Stattdessen werden Puristen wahre Freude mit der klassischen 6-Gang-Handschaltung samt kurzen Wegen haben. Zusammen mit den Sportschalensitzen des 918 Spyder, den Carbon-Keramik-Bremsen und dem optionalen Verzicht auf die Klimaanlage oder das Audiosystem ermöglicht es eine weitere Gewichtssenkung bis auf 1.370 kg. In lediglich 3,8 Sekunden sprintet der Hecktriebler auf 100 und weiter bis 323 km/h. Analog seinem historischen Vorbild, dem straßenzugelassenen Rennwagen von 1967, und anders als der GT3 RS, tritt der neue 911 R ohne großen Heckflügel fast schon dezent auf. Die traditionell roten oder grünen Dekorstreifen entlang der Fahrzeug-Mitte sind ebenso optional wie die Dekorstreifen an den Flanken und das kultige Karomuster innen. Wie alle limitierten Sondermodelle aus Stuttgart-Zuffenhausen werden die 991 Exemplare für mindestens 189.544 Euro unter Sammlern wahrscheinlich wieder heißbegehrt sein.

 

 

Rolls-Royce Black Badge

Selbst der britische Automobilhersteller schlechthin, der unter Führung von BMW den stetig wachsenden Erfolg zukünftig mit einem SUV weiter ausbauen will und mit dem Produktionsende der aktuellen Phantom-Generation deren zweitürigen Derivate einstellt, zeigt sich veränderten Kundenwünschen immer aufgeschlossener. Bereits mit der Einführung des Ghost als Limousine und des Wraith als Coupé wurde der Fahrdynamik eine bis dato unvorstellbare Rolle zugestanden. Nun können beide V12-Modelle aus Goodwood als Black Badge mit noch agilerem Fahrwerk, stärkeren Bremsen, sportlich abgestimmter Automatik und höherer Leistung für rund 46.000 Euro extra geordert werden. Der Ghost legt um 40 auf 612 PS und um 60 auf 840 Nm zu. Mit weiterhin 632 PS und nunmehr 870 Nm Drehmoment bleibt der Wraith der stärkste Rolls-Royce. Doch vor allem für Kunden außerhalb von Europa werden die neuen Exterieur- und Interieur-Details wohl wichtiger für die Kaufentscheidung sein. In tiefem Schwarz glänzen zahlreiche Elemente wie der Kühlergrill oder die Spirit of Ecstasy, die weiterhin darauf thront. Neu und einzigartig sind die zweiteiligen Carbon-Aluminiumräder, die vier Jahre lang entwickelt wurden und eine extrem hohe Steifigkeit besitzen. Dieser Materialmix dominiert ebenfalls den Innenraum, der sich mit frei wählbaren Lederfarben individualisieren lässt.

 

Viele Fotos von den neuen Modellen gibt es auch bei uns auf Facebook und Instagram.                     .