16. 01. 2016 | Christian Sauer | Lifestyle
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Hotel-Taschenbergpalais-Kempinski-Dresden
Wir testen das 5-Sterne-Hotel im Herzen der sächsischen Landeshauptstadt, das als „beste Adresse Elb-Florenz“ gilt.

Nur wenige Gehminuten vom Ufer der Elbe und der Frauenkirche entfernt, liegt vis-à-vis der Semperoper, dem Zwinger und dem Residenzschloss mit Europas größter Schatzkammer – dem Grünen Gewölbe – das prachtvolle Gebäude-Ensemble des Taschenbergpalais. 1705 von Fürst August dem Starken für seine Geliebte Gräfin von Cosel erbaut und 1945 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges bis auf die Grundmauern zerstört, wurde es ab 1993 nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Bereits zwei Jahre später glänzten fünf Sterne am charakteristischen Eingang. Die renommierte Kempinkski-Hotelgruppe, die seit dem Wiederaufbau ebenfalls das Hotel Adlon in Berlin betreibt, steht seitdem für die „erste Adresse“ in Dresden. Zwar sind in den letzten Jahren andere Luxushotels in der historischen Innenstadt dazu gekommen, aber das Taschenbergpalais begeistert mit seinem zeitlosen Design und aufmerksamen Service weiterhin anspruchsvolle Gäste aus der ganzen Welt – darunter auch Barak Obama und dieser Tage erst wieder der chinesische Star-Pianist Lang Lang.

 

Auch nach über 25 Jahren und ohne „große Renovierung“ strahlt das Gebäude wie am Tag der Eröffnung. Einen großen Anteil daran haben zahlreiche Mitarbeiter der ersten Stunde, die zu „ihrem Hotel“ ein liebevolles Verhältnis pflegen und mit viel Aufwand pausenlos hegen. Natürlich präsentieren sich die 214 Zimmer und Suiten sowie die Tagungsräume mit modernem Audio-Video-Equipment, aber das Taschenbergpalais ist nicht durch Hightech geprägt. Vielmehr geht es um den besonderen Charme und Stil. Während sich die Lobby eher unauffällig aber mit feinen Details präsentiert, lohnt ein genauerer Blick auf die historische Architektur beispielsweise im Treppenhaus. Da verzichten wir doch gerne auf den Lift zu unserem mit rund 40 Quadratmeter großzügigen Palais Superior Zimmer im dritten Stockwerk mit fast fünf Meter hohen Decken und faszinierendem Blick auf die Semperoper. Noch fürstlicher lässt es sich in den Deluxe Zimmern, Junior Suiten, Business Suiten, Regenten Suiten, Palais Suiten und als absolutes Highlight in der Kronprinzensuite residieren. Das 360 Quadratmeter große Refugium im opulenten Stil des 19. Jahrhunderts verfügt über vier Schlafzimmer, einen privaten Konferenzraum und Essbereich.

Doch nicht nur dort lässt sich im Taschenbergpalais genussvoll dinieren – Gaumenfreunden bieten das Gourmet-Restaurant Intermezzo, das stimmungsvolle Palais Bistro, das Café Vestibül im Biedermeier-Stil, die klassische Karl May Bar sowie das vom Hotel geführte Restaurant Lesage in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen unweit am anderen Ufer der Elbe. Dort werden in Handarbeit der VW Phaeton und einige Bentley Modelle gefertigt. Zurück im Taschenbergpalais empfehlen wir einen Besuch des Innenhofs, wo im Winter eine große Eisbahn samt Schlittschuh-Verleih und Hütte mit Glühwein, Punsch oder Champagner lockt. Bei sommerlicher Hitze lernt man hingegen die schattigen Ess- und Sitzgelegenheiten des Innenhofs zu schätzen. Ganzjährig lädt der 11×6 Meter große und 28 Grad warme Indoor-Pool in der obersten Etage zum Schwimmen ein. Schade finden wir nur, dass von hier oben kein Blick über Dresden genossen werden kann. Dafür bietet das insgesamt 380 Quadratmeter große Spa neben Sauna, Solarium und Fitness auch Wellnessbehandlungen.

Denjenigen die Sehenswürdigkeiten Dresdens bereits erkundigt hat und wie wir nicht mit der Bahn oder dem Flugzeug nach Dresden gereist sind, empfehlen wir kurzweilige Ausflüge in das sehenswerte Umland: Ob Porzellan in Meißen, das weltbekannte Schloss Moritzburg, Seiffen im Erzgebirge, der Uhren-Kult in Glashütte, das Elbsandsteingebirge, der Lausitzring oder der Sachsenring – alles in weniger als einer Stunde vom Hotel aus erreichbar – doch allein das Taschenbergpalais ist schon eine Reise wert.