17. 01. 2016 | Christian Sauer | Testrides
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Lexus RC F Carbon Test Drivers Club Germany
Bevor das LC 500 Coupé präsentiert wurde und der Winter mit Schnee in Deutschland einzog, testeten wir den japanischen Top-Sportler mit dem gleichen V8-Sauger in der exklusiven Carbon Edition.

Es ist ja nicht so, dass Toyota‘s Edelmarke in der Vergangenheit keine sportlichen Modelle im Portfolio hatte, schließlich gibt es für nahezu alle Baureihen schon seit Jahren die nach dem Fuji Speedway benannten F-Varianten. Doch nach dem Produktionsende des exorbitant teuren Supersportwagen LFA mit 560 PS starken V10-Sauger fehlte Lexus ein echtes Vorzeigemodell. Auf Basis des eleganten RC Coupés, das es jeweils mit vier Zylindern auch als 245 PS starken 200t und als 300h Hybrid samt 197 PS Systemleistung gibt, stellten die Japaner einen V8-Kraftprotz auf die Räder, der es ernsthaft mit der etablierten Konkurrenz aufnehmen soll. Neben den amerikanischen Muscle Cars – die USA sind weiterhin der wichtigste Markt für Lexus insgesamt – nimmt der RC F insbesondere den Audi RS5, BMW M4 und das Mercedes-AMG C 63 S Coupé ins Visier.

 

Richten wir unseren Blick erstmal auf den Antrieb: Überraschend für die Toyota-Tochter kommt kein Stromer als Unterstützung für den Benziner und auch kein Turbo zum Einsatz. Stattdessen setzt man gegen den allgemeinen Trend des Downsizings auf einen großvolumigen V8-Sauger mit modernsten Komponenten. Aus statten 5,0 Liter Hubraum schöpft er 477 PS bei 7.100 Umdrehungen sowie 530 Nm zwischen 4.800 und 5.600 Touren. Damit ist der RC F neben dem Nissan GT-R und dem neuen Honda NSX aktuell der stärkste Nippon-Sportler mit Straßenzulassung. Die Zahlen versprechen Drehfreudigkeit und wer die acht Stufen des flink schaltenden SPDS-Getriebes (Sports Direct Shift) ausdreht, sprintet aus dem Stand in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 bis zur abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h.

Untermalt wird die Drehzahlorgie zumindest außen vom dumpfen Klang aus den vier Endrohren. Innen ist davon hingegen nicht viel zu hören – es sei denn – der „Sport S+“-Modus inklusive Soundgenerator wird aktiviert. Dann verwandelt sich der RC F subjektiv vom komfortablen GT zum reinrassigen Sportwagen. In dem extremsten aller vier Fahrprogramme hält die Automatik mit Schaltpaddel und G-Kräfte-Sensor die Gänge nicht nur sehr lange und schaltet früh mit Zwischengas zurück. Vielmehr reagiert die elektromechanische Lenkung noch direkter, das Fahrdynamik-Management lässt die Zügel lockerer und das digitale Zentralinstrument zeigt wie im Motorsport die wichtigsten Informationen für den Einsatz auf abgesperrtem Terrain an.