Heiß wie ein Vulkan – McLaren 12C Spider

22.12.2013 | Anja Sauer | Testrides

McLaren 12C Spider Drivers Club Germany

Er ist ein heißblütiger Exot, der alle Blicke auf sich zieht. Unsere Redakteurin Anja Sauer testete den McLaren 12C Spider und ist von ihm überwältigt.

Ein stürmischer Herbsttag bricht an. Ebenso stürmisch „heize“ ich mit dem schnellen Briten durch den bunt gefärbten Wald. Mit seinen 625 PS bei einem Gewicht von knapp 1,4 Tonnen entfacht der Mittelmotor-Sportler ein wahres Feuerwerk auf dem Asphalt. Das sind nur 40 kg mehr als beim 12C Coupé. Sein Fahrwerk ist ebenso knackig wie sein Handling – auf der Autobahn liegt er wie ein Brett, durch Kurven windet er sich spielend leicht und direkt. Dabei wirkt er nie zu hart, selbst bei langen Fahrten lässt es sich bequem sitzen und angenehm ruhig cruisen. Doch wehe, ich stelle das adaptive Fahrwerk auf Sport oder gar Track und gebe Vollgas. Schon bei 3.000 Touren wuchtet der McLaren 600 Nm Drehmoment auf die Hinterachse. In 3,1 Sekunden katapultiert er mich von Null auf 100 km/h und in unter 10 Sekunden auf Tempo 200. Ich habe das Gefühl, den Straßenbelag zu durchbrechen und einen Vulkanausbruch zu provozieren. Schnell und ohne Zugkraftunterbrechung schaltet auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippe. Spätestens beim Topspeed von 329 km/h lasse ich (fast) jeden Verfolger mit offenem Dach gnadenlos stehen.

 

Der 12C Spider ist übrigens eines der wenigen Cabrios mit Flügeltüren. Überhaupt ist er durch sein modernes Design stets wiedererkennbar – kein Retro, nichts Überflüssiges. Eigentlich ist bei ihm alles auf Funktion ausgelegt, aber seine Linien ziehen sich harmonisch von vorne nach hinten durch, die kiemenähnlichen Lufteinlässe fügen sich perfekt in die dynamische Form ein. Funktion kann eben auch schön sein. Selten und ein echtes Highlight ist die freie Sicht auf den 3,8 Liter V8-Twinturbo, eingebettet zwischen dem aerodynamisch gestalteten Überrollschutz. Futuristisch wirkt das Heck mit seinen hoch sitzenden Endrohren und schmalen LED-Heckleuchten, die sich im Linienspiel nahezu verstecken. Ein weiteres Highlight ist der ausfahrbare Heckspoiler mit Airbrake, die sich bei kräftigem Bremsen mächtig in den Wind stellt und die Verzögerung durch die optionalen Carbon-Keramik-Bremsen unterstützt. Der Spoiler bildet zusammen mit dem Heck ein Ganzes, so dass er eingeklappt optisch nicht heraussticht. Die mehrteilige Dachkonstruktion des McLaren lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h öffnen und schließen.