29. 11. 2015 | Christian Sauer | Testrides
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Volvo XC90 D5 AWD Inscription Drivers Club Germany
Wir testen das neue Flaggschiff in der luxuriösen „Inscription“-Ausstattung mit jeder Menge interessanten Features und sparsamen Diesel-Motor an Bord. Können lediglich 225 PS bei einem Preis von über 85.000 Euro dennoch ein gutes Angebot sein?

Bei den Premium- und Luxus-SUVs ist derzeit viel Bewegung drin: Während Bentley mit dem Bentayga die Platzhirsche à la Mercedes-Benz GL(S) und G-Klasse jeweils samt AMG-Power, Porsche Cayenne und den Range Rover vom Thron stoßen will, stehen mit den SUVs von Lamborghini, Maserati und Rolls-Royce bereits die nächsten Konkurrenten in den Startlöchern. Und eine Klasse darunter herrscht ein noch härterer Wettbewerb mit dem Audi Q7, BMW X5/X6, Cadillac Escalade, Jaguar F-Pace, Jeep Grand Cherokee, Mercedes-Benz GLE, Range Rover Sport und VW Touareg. Volvo schien mit der ersten XC90-Generation, die bemerkenswerte zwölf Jahre gebaut wurde, ins Hintertreffen geraten zu sein. Doch so lange sich die Schweden mit ihrer Neuauflage Zeit gelassen haben, desto eindrucksvoller melden sie sich nun zurück.

 

Während sich das Heck des 4,95 m langen und 1,77 m hohen Schwedens mit Volvo-typischen Heckleuchten-Design eher unauffällig präsentiert und auch die Silhouette mit klaren Linien sowie nicht unnötig breiten Dachsäulen daher kommt, stellt die Front das eigentliche Highlight dar. Neben den modernen Voll-LED-Scheinwerfern mit T-förmigen Tagfahrlicht im Stil von Thors Hammers, flößt der Kühlergrill mit für Volvos traditionellen „Wasserfall-Design“ samt vertikalen Streben mächtig Respekt ein und garantiert Überholprestige auf der Autobahn. Insgesamt finden wir die Formensprache des XC90 sehr gelungen und sind damit wohl nicht allein, wie das nachfolgende Interview mit Yacht-Designer Rolf Vrolijk zeigt.

 

Unter die lang gestreckte Motorklappe hätte sicher auch ein dicker V8 gepasst, aber zwecks Downsizing werden dort nicht einmal sechs, sondern ausschließlich vier Zylinder arbeiten.  Die Top-Motorisierung, der T8 Twin Engine, leistet als Plug-in-Hybrid dank der Kombination eines per Kompressor und Turbo aufgeladenen 2,0-Liter-Benziners mit  einem Elektromotor beeindruckende 407 PS und insgesamt 640 Nm Drehmoment. Damit soll der XC90 auf der einen Seite sportlich in 5,6 Sekunden auf 100 sprinten und maximal 230 km/h Topspeed laufen, auf der anderen Seite sich mit 2,1 Liter auf 100 km im kombinierten Durchschnitt begnügen und rund 40 km rein elektrisch fahren. Ohne Elektro-Unterstützung gibt es den gleichen Benziner auch solo als T6 mit 320 PS und 400 Nm, die für 6,5 Sekunden auf 100 und der identischen Höchstgeschwindigkeit reichen. Der Verbrauch soll offiziell 8,0 Liter betragen. Mit lediglich 5,8 Liter Diesel soll der Selbstzünder unseres Testwagens auskommen. Dabei holt der D5 aus ebenfalls nur zwei Liter Hubraum stolze 470 Nm Drehmoment, die die vermeintlich untermotorisierten 225 PS relativieren und für einen SUV ausreichende 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und 220 km/h in der Spitze sorgen. Dabei wirkt der Diesel ebenso kraftvoll wie kultiviert. Die bei allen XC90-Varianten serienmäßige 8-Stufen-Automatik ohne Schaltpaddel am handlichen Lenkrad agiert angenehm flink und unauffällig.