16. 02. 2016 | Christian Sauer | Testrides
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VOLVO XC90, T8 Twin Engine, R-Design, Bursting Blue Metallic
Rund um Berchtesgaden testeten wir das neue Top-Modell des Luxus-SUVs mit zwei Motoren, 407 PS Systemleistung und sportlichen R-Design. Außerdem erfuhren wir aus erster Hand mehr über Volvo’s Wachstumsplan 2020.

Ist es schon eine Auswirkung des globalen Klimawandels oder einfach nur Pech? Auf jeden Fall scheint Schnee bis auf hohe Lagen wie dem Gletscher von Sölden oder in Lappland am Polarkreis immer seltener beziehungsweise unkalkulierbarer zu werden. Während an den ersten beiden Tagen der alljährlichen Volvo Winter-Testfahrten teils starker Schneefall herrschte, blieb für uns außer den schönen Bildern von weißen Landschaften nur noch mehr oder weniger trockener Asphalt übrig. Das hielt uns dennoch nicht davon ab, uns einen (ersten) Eindruck vom XC90 als Plug-in-Hybrid zu verschaffen.

Bereits letztes Jahr eroberte das 4,95 m lange SUV in unserem Fahrbericht auch dank seinem Design die Sympathien unserer Redaktion ebenso wie die unserer Leser. Noch einmal sportlicher präsentiert sich nun die Ausstattungslinie „R-Design“, die bekanntlich auch für die meisten anderen Volvo-Modelle angeboten wird. Beim XC90 beinhaltet das Paket beispielsweise den Kühlergrill mit horizontalen Streben in hochglänzendem Schwarz und Chromeinfassung, spezielle Front- und Heckschürzen, zwei Auspuffendrohre in Trapezform, seidenmatte Außenspiegelkappen und 20 bis 22 Zoll große Leichtmetallräder. Exklusiv ist der XC90 als R-Design in der erstmalig verfügbaren Lackierung „Bursting Blue-Metallic“ oder mit matter Folierung bestellbar. Letztgenannte ist zwar nicht für Waschanlagen geeignet, steht ihm aber besonders gut, oder?

Schade finden wir jedoch, dass die von uns letztes Jahr gelobte Top-Ausstattung „Inscription“ leider auf den sportlichen Blauton verzichten muss und dass Volvo ab Werk nicht so viele Möglichkeiten zur Individualisierung wie bei den anderen Premium-Herstellern anbietet. Außerdem würden sich einige wählerische Kunden sicherlich wünschen, dass sich die sehr guten R-Design Sportsitze nicht ausschließlich in Anthrazit hüllen lassen. Zur Wahl steht immerhin perforiertes Nappaleder oder die Kombination von Nubuk-Textil (vergleichbar mit Alcantara) und Nappaleder. Zum sportlichen Outfit passend verzichtet Volvo beim R-Design auch auf Zierelemente aus Echtholz und setzt stattdessen auf echtes Carbon. Ein aufsehenerregendes Detail, das bereits bei der Weltpremiere des XC90 zu Beginn des letzten Jahr die Blicke auf sich zog, ist der gläserne Schalthebel des T8 Twin Engine. Er wird jeweils als Unikat in der schwedischen Glashütte Orrefors nach jahrhundertelanger Tradition gefertigt, sieht aus unserer Sicht auf Fotos aber spektakulärer als in der Realität aus.

 

Ein Unikum stellt jedoch die Positionierung des Plug-in-Hybriden dar: Anders als bei den Mitbewerbern soll er keine reine Sparversion, sondern die stärkste aller Motorisierungen sein. Zu den bisher schon angebotenen größeren D5-Diesel und T6-Benziner mit 225 bis 320 PS, kommen nun auch der 190-PS-D4 ausschließlich mit Frontantrieb sowie der 254 PS starke T5 dazu. Durch die modulare und skalierbare SPA-Architektur sind es allesamt Vierzylinder der Drive-E-Familie mit jeweils 2,0 Liter Hubraum. Große und somit durstige(re) Sechs- oder Achtzylinder wird es bei Volvo in Zukunft ausnahmslos nicht mehr geben. Beim T8 Twin Engine kommt stattdessen der per Turbolader und Kompressor aufgeladene Benziner des T6 zum Einsatz. Unterstützt wird der Verbrenner, der die Vorderräder antreibt, allerdings von einem 65 kW (87 PS) leistenden Elektromotor an der Hinterachse. Zusammen ergibt es 407 PS und 640 Nm, was für 5,3 Sekunden auf 100 km/h und maximal Tempo 230 reicht.