30. 01. 2016 | Christian Sauer | Testrides
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VW Touareg Volkswagen Drivers Club Germany
Bevor der neue Tiguan ihm hausintern Konkurrenz macht, darf sein Bruder bei uns nochmal zeigen, warum er weiterhin eine wahre Größe bei den Premium-SUVs ist.

Als die erste Generation des Touareg 2002 vorgestellt wurde, war das Angebot an SUVs in Deutschland noch überschaubar und der „Hochbeiner“ galt als innovativer Vorreiter des späteren Trends. Volkswagen wollte damit die vorgepreschten BMW X5 und Mercedes-Benz M-Klasse einholen und zugleich eine Alternative zum Phaeton als bis dato einzigen Premium-Modell im Portfolio anbieten. Anders als bei der technisch hervorragenden, in Handarbeit hergestellten aber kaum akzeptieren Luxuslimousine eilte der Touareg von einem Erfolg zum anderen und als W12 mit 450 PS / 600 Nm starken Zwölfzylinder elektronisch eingebremst sogar bis zu 250 km/h schnell. Doch noch vor der zweiten Touareg-Generation ab 2010 wurde das technische Prestigeobjekt ebenso gestrichen wie der V10-Diesel samt 313 bis 351 PS im R50. Übrig geblieben sind heutzutage nach der Einstellung der Hybrid-Variante ohne externe Lademöglichkeit lediglich ein 3,0-Liter-V6-Diesel mit 204 oder 262 PS wie in unserem Testwagen. Die reichen in Verbindung mit den 580 Nm ab 1.750 Touren aus, um den mindestens 2.185 kg schweren Brocken in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 und bis zu 225 km/h zu beschleunigen. Auch mit seinem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern auf 100 km liegt er im oberen Mittelfeld und wer mit über 150 km/h entspannt über die Autobahn gleitet, muss natürlich mit über zehn Litern rechnen. Ansonsten wirkt der Diesel unauffällig, wenn auch die serienmäßige 8-Stufen-Automatik für unseren Geschmack unnötig viel Unruhe ins Spiel hinein bringt.

 

Ein technisches Highlight ist und bleibt weiterhin die optionale Luftfederung, die in der Komfort-Einstellung auf Asphalt nahezu alle Unebenheiten locker wegsteckt und für Ausflüge ins Offroad-Gelände eine Höhenverstellung bereitstellt. Zu den maximal 30 cm Bodenfreiheit kommt der 4MOTION Allradantrieb mit selbstsperrendem Torsen-Verteilergetriebe sowie die elektronische Differentialsperre dazu. Wem das noch nicht reicht, kann den Touareg auch mit dem Geländepaket „Terrain Tech“ samt sperrbarem Zentraldifferential mit elektrisch geregelter Lamellensperre und einer zuschaltbaren Untersetzung ordern. Damit lässt der VW offroad die meisten anderen SUVs weit hinter sich. Zurück auf der Straße zeigt sich jedoch schnell, dass seine sportlichen Ambitionen seinem Komfortanspruch untergeordnet wurden. Gegen Aufpreis ist allerdings ein Fahrdynamikpaket mit adaptivem Wankausgleich, sportlicher Abstimmung der Luftfederung und um 25 mm Tieferlegung erhältlich.